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„Ich habe beim Autofahren immer viel zu tun.“
Walter Röhrl, zweifacher Rallye-Weltmeister, Porsche Entwicklungsfahrer und Repräsentant.

Sitzt er im Auto, ist Walter Röhrl zu 100 Prozent konzentriert. Auch heute noch – fast 30 Jahre nach seiner aktiven Zeit. Der Porsche Club News Community verrät er seinen emotionalsten Moment in seiner Karriere und warum es immer still in seinem Auto ist. Dabei lernen wir äußerst Nützliches vom besten Rallyefahrer aller Zeiten, der mit der Marke Porsche schon seit dem zehnten Lebensjahr sehr verbunden ist.

Das Genie auf Rädern und seine größte Motivation

Es war früh am Morgen am 25. Januar 1980. Sie fuhren aus den Bergen nach Monte Carlo hinunter. Die Sonne spiegelte sich silbern im Meer. „In diesem Moment hatte ich das Gefühl, in meinem Leben muss ich jetzt nichts mehr vermissen“, beschreibt Walter Röhrl seine Glücksgefühle kurz vor seinem ersten Triumph im Fürstentum. Endlich hatte er die Antwort, ob er ein Träumer oder Realist ist. „Dieser Sieg war die größte Motivation, Rallyefahrer zu werden“, fügt er hinzu und wirkt dabei noch immer demütig ergriffen. Zusammen mit seinem Co-Piloten Christian Geistdörfer gewann er noch dreimal hintereinander jene berühmte Rallye Monte Carlo. Durch seinen legendären Fahrstil hatte er nicht nur große Siege eingefahren, er hatte sich auch höchsten Respekt bei der Konkurrenz verschafft. Das „Genie auf Rädern“, wie ihn einst Niki Lauda nannte, fand dank der richtigen Mischung aus Beherrschtheit und Risiko stets die Ideallinie – ob auf Schotter, Schnee oder Asphalt.

Die größten Erfolge von Walter Röhrl

  • Zweifacher Rallye-Weltmeister (1980 & 1982) und Rallye-Europameister (1974)
  • Vierfacher Sieger der Rallye Monte Carlo (`80, `82, `83, `84)
  • 14 Siege bei Rallye WM-Läufen
  • „Bester Rallyefahrer aller Zeiten“ (Weltweite Expertenjury)
  • Privat: Seit 55 Jahren Autofahrer und über 9 Millionen Kilometer gefahren – unfallfrei fast zwölfmal zum Mond und wieder zurück.

„Eine Garage ohne Porsche 911 ist doch ein ödes, leeres Loch!“

Die Marke Porsche begleitet Walter Röhrl schon seit seinem zehnten Lebensjahr. Sein älterer Bruder hatte ihm damals mit auf den Weg gegeben, erst dann ein Auto zu kaufen, wenn er sich einen Porsche leisten könne. Mit 21 Jahren hatte er sich dann das Geld für einen gebrauchten 356 B Coupé mit 75 PS zusammengespart. Danach fand sich stets ein Porsche 911 in seinem Besitz. Eines seiner berühmten Zitate dazu: „Eine Garage ohne Porsche 911 ist doch ein ödes, leeres Loch.“ Röhrl fügt im Interview hinzu, die Marke Porsche sei für ihn schlechthin der Wertbegriff eines Automobils.

Bereits während seiner einzigartigen Rallye-Karriere war er in die Entwicklung des Supersportwagens Porsche 959 und der Allrad-Antriebstechnik für den Porsche 964 involviert. Außerdem war er als Entwicklungsfahrer an vielen weiteren Meilensteinen beteiligt – vom Carrera GT bis zum 918 Spyder. Noch immer ist er mit den Porsche Clubs und Communities unterwegs. Zuletzt mit Carrera GT- und 918 Spyder-Kunden in den Dolomiten. „Da habe sogar ich Fotos gemacht“, schwärmt Röhrl von diesem Event, „was in den letzten 40 Jahren meiner Motorsport-Karriere sonst nie vorkam.“

„Über der Kuppe rechts minus“

Am Lenkrad zu sitzen ist für Walter Röhrl ein tagtäglicher Antrieb zur Perfektion. „Ich habe beim Autofahren immer viel zu tun“, erzählt er und meint damit das Antizipieren auf der Straße. Ein LKW weit weg, ein Traktor im Feld vor ihm oder ein Radfahrer nebenan. „Ich sehe alle möglichen Gefahren und bin immer auf alles vorbereitet“, sagt er. Telefonieren im Auto gibt es für Röhrl nicht, Reden nur wenig und Musikhören nur ganz leise. Es ist im Prinzip immer still in seinem Auto. Einzig bei den Verkehrsnachrichten macht er das Radio lauter. Jede Kurve muss so eingelenkt werden, dass er nicht nachjustieren muss. Die Ideal-Linie eben. Nicht selten hört der Lenkrad-Virtuose Röhrl noch imaginär die Stimme seines kongenialen Souffleurs. „Über der Kuppe rechts minus“, ruft ihm Geistdörfer dann in Gedanken zu, wenn er gerade durch den Bayerischen Wald fährt. Heißt: 5. Gang und nicht ganz Vollgas dabei. Heute fährt er gemütlicher. Aber noch immer so fokussiert und konzentriert wie damals.

Bonmots von Walter Röhrl

  • „Gute Fahrer haben die Fliegenreste auf den Seitenscheiben.“
  • „Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr hin abfließen.“
  • „Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln. Ein Auto braucht Liebe!“

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